Silvester im FrauenKulturZentrum: Feiern im Zeichen einer ungewissen Zukunft

Silvester im FrauenKulturZentrum: Feiern im Zeichen einer ungewissen Zukunft

Die Silvesterparty im FrauenKulturZentrum Darmstadt in diesem Jahr war für viele Frauen ein lebendiger und stimmungsvoller Jahresabschluss. In vertrauter Atmosphäre wurde gemeinsam gefeiert, getanzt und gelacht. Bei einem köstlichen Buffet gab es viel Raum, um sich auszutauschen und zu diskutieren. Um Mitternacht wurde auf der Freitreppe der Kyritzschule mit einem Glas Sekt und mit Wunderkerzen auf das neue Jahr angestoßen. Die Party zeigte einmal mehr, wie wichtig das Frauenzentrum als Ort der Begegnung, Kultur und Solidarität ist.

Gleichzeitig stand der Abend spürbar im Zeichen eines ernsten Themas: der unsicheren Zukunft des Frauenzentrums. Nach mehr als 30 Jahren soll das Zentrum die Räumlichkeiten in der Kyritzschule verlassen. Diese wurden in den 1990er-Jahren eigens für die Bedürfnisse des Frauenzentrums umgebaut. Seither ist das FrauenKulturZentrum ein wichtiger Anziehungspunkt für die vielen Frauen, die in geschütztem Rahmen Veranstaltungen, Gruppen und Initiativen suchen. Vorträge und Beratungsangebote, frauenspezifische Weiterbildungen, Tanzkurse und Tanzabende, künstlerische Aktivitäten, Autorinnen-Lesungen, Frauen-Speeddatings, Sportangebote, Sprach-Cafés, regelmäßige gemeinschaftliche Treffen zum Frauenfrühstück sowie gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge und vieles mehr haben hier seit Jahrzehnten einen bewährten Ort. Ab April 2026 soll das Frauenzentrum als Teil der Grundschule genutzt werden, ohne dass geeignete alternative Räumlichkeiten bereitstehen.

Viele Besucherinnen äußerten an diesem Abend ihr Unverständnis und ihre Kritik. Der drohende Verlust dieser Räume bedeutet weit mehr als nur einen – bis lang noch sehr unsicheren – Ortswechsel. Er stellt die Kontinuität feministischer Kultur- und Bildungsarbeit in Darmstadt infrage und macht deutlich, wie wenig abgesichert selbst langjährig etablierte Frauenräume sind. Dass ein über Jahrzehnte gewachsener, spezialisierter Ort zugunsten anderer Nutzungen aufgegeben werden soll, wird von vielen als politisch und gesellschaftlich problematisch empfunden.

Die Silvesterparty war somit nicht nur ein fröhlicher Jahresausklang, sondern auch ein Moment des Zusammenhalts und der Selbstvergewisserung. Sie machte deutlich, wie stark der Verein FrauenKulturZentrum e.V. in der Stadt verankert ist – und wie notwendig es ist, für den Erhalt autonomer Frauenräume einzustehen.

Fotos: Kira Stein – aus Datenschutzgründen unscharf gestellt.